Projekt «Regionaler Naturpark Schwyz»
Ein attraktiver Schwyzer Naturpark ist möglich
(Medienmitteilung vom 29.10.2009)
Ein Regionaler Naturpark im Kanton Schwyz ist machbar. Dies ergab eine Studie im Auftrag des Kernteams Regionaler Naturpark Schwyz. Die vorgeschlagene Park-Variante reicht von Riemenstalden über das Muotatal und zieht sich entlang der Mythen bis Rothenthurm. Auch ein Einbezug des Natur- und Tierparks Goldau ist möglich.
Im Kanton Schwyz kann ein überdurchnittlich attraktiver Regionaler Naturpark realisiert werden, wenn Gemeinden und Kanton den weiteren Prozess unterstützen und mitfinanzieren. Am Donnerstag wurde in Schwyz eine Machbarkeitsstudie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) präsentiert. Vorgeschlagen wurde die Perimetervariante «Wasserscheide»: Sie erstreckt sich von Riemenstalden über das Muotatal entlang der Mythen bis Rothenthurm. Auch Teile von Einsiedeln gehören dazu. Aus der Sicht des kantonalen Kernteams und der Projektverfasser bietet diese Variante die besten Chancen. Sie umfasst attraktive Natur- und Kulturräume in Innerschwyz und Einsiedeln. Anziehungspunkte sind die Moorlandschaften von nationaler Bedeutung in Rothenthurm und Ibergeregg, aber auch Waldreservate wie die Bödmeren im Muotatal und Schutzgebiete und Kulturwerte in zahlreichen Gemeinden. Das Gebiet umfasst rund 400 Quadratkilometer.
Um auch den schweizweit bekannte Natur- und Tierpark Goldau ins Parkgebiet einzubeziehen, wurde die ursprüngliche Variante Wasserscheide noch um die Rossbergflanke erweitert. Denn der Natur- und Tierpark soll neben Schwyz und Einsiedeln ein Tor zum umfassenden Regionalen Naturpark werden. In den Hintergrund gerückt sind zwei weitere Variantenstudien: Die Variante Berg könnte die vier Gemeinden Illgau, Morschach, Muotathal und Riemenstalden umfassen. Zur Variante Moor würden die Gemeinden Alpthal, Rothenthurm, Sattel und ein Teil des Bezirks Einsiedeln zählen.
Kernteam und Projektverfasser betonen, dass für die Realisierung eines Regionalen Naturparks im Kanton noch viel Information und Überzeugungsarbeit nötig ist. Die Veranstaltungen und Befragungen während der Arbeit an der Machbarkeitsstudie haben gezeigt, dass eine Mehrheit der Befragten neue Vorschriften und Einschränkungen befürchtet. Neue gesetzliche Schutzvorschriften sind jedoch nicht zu erwarten und ein Park kann nur realisiert werden, wenn er in der Bevölkerung breite Unterstützung findet.
Für diesen positiven Rückhalt sollen zwei Zielsetzungen sorgen: Einerseits dient ein Regionaler Naturpark dazu, die Natur-, Landschafts- und Kulturwerte einem klar definierten Gebiet zu bewahren, andererseits verspricht ein Park den Gemeinden wirtschaftliche Impulse. Zahlreiche Beispiele im Ausland und die touristische Wertschöpfungsstudie im Schweizerischen Nationalpark zeigen, dass ein Naturpark gerade für ländliche Regionen ein Entwicklungsmotor sein kann. Besonders im natur- und kulturnahen Tourismus bietet er eine Plattform für Erfolg versprechende Angebote. Auch die Landwirtschaft kann diese Chancen zur Wertschöpfung nutzen.
In der Schweiz sind 20 bis 30 Regionale Naturpärke am Entstehen. Um auch das Schwyzer Projekt weiter zu verfolgen, braucht es ein Ja der beteiligten Gemeinden zur nächsten Etappe. Für diese Projektphase ab Mai 2010 sollen die Gemeinden pro Kopf der Bevölkerung einen Betrag von 1 Franken und 20 Rappen leisten. Je nach Variante kostet die Projektphase mit Managementplan 70'000 bid 100'000 Franken. Einen Beitrag sollen auch der Kanton und Dritte zahlen. Wenn eine Gemeinde aussteigt, zählt ihr Gebiet nicht mehr zum möglichen Parkgebiet. Nach dem Zeitplan der Studie soll der Managementplan im Januar 2012 durch den Kanton ans Bundesamt für Umwelt eingereicht werden. Ein Regionaler Naturpark könnte danach bis 2015 realisiert werden.
Hinweis:
Die Machbarkeitsstudie der Fachstelle Tourismus und Nachhaltige Entwicklung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW kann unter www.region-muotatal.ch >Projekt RNP SZ >Unterlagen heruntergeladen werden oder bei Kernteam Regionaler Naturpark
Schwyz, c/o Regio Plus-Projekt «Üses Muotital», Postfach 255, 6436 Muotathal, Stichwort «Machbarkeitsstudie» bestellt werden.
cjw/29. Oktober 2009



